Vette geht auf die Suche

HCE Bad Oeynhausen muss freien Fall stoppen – HSG Löhne-Obernbeck im Aufwind

 

Handlungsbedarf beim HCE Bad Oeynhausen: Der Handball-Landesligist macht sich nach dem neuerlichen Derby-Dämpfer gegen die HSG Löhne-Obernbeck verstärkt Gedanken um die eigene Leistungsfähigkeit.
Schon nach dem 29:29-Unentschieden im Hinspiel waren die Oeynhausener mit hängenden Schultern vom Parkett gegangen, weil man sich in der Schlussphase noch einen Punkt hatte abknöpfen lassen. Beim Wiedersehen im Schulzentrum Nord musste das in der Zwischenzeit arg geschrumpfte HCE-Team dem Nachbarn am vergangenen Wochenende sogar beide Zähler überlassen – und das am Ende völlig zurecht.

 

Die 25:29 (15:14)-Pleite spiegelte die Kräfteverhältnisse auf dem Parkett korrekt wieder. Während die Gastgeber in der zweiten Halbzeit nichts mehr zuzulegen hatten, kamen bei den Löhnern nun sogar die Spieler in Gang, die in der ersten Halbzeit noch abgetaucht waren. Bis auf 11:7 hatte sich der HCE in dieser Phase absetzen können. Dass sich die schwächelnde Gäste-Truppe rechtzeitig vor der Pause zurückmeldete, war einzig und allein das Verdienst von HSG-Neuzugang Ralf Bruelheide. »Ohne ihn wäre Löhne weg vom Fenster gewesen«, mutmaßt der HCE-Mannschaftsverantwortliche Wolfgang Vette.

Weil auf den für Landesliga-Verhältnisse überragenden Rückraumspieler aber Verlass war, konnte sich die HSG Löhne-Obernbeck aus der Umklammerung befreien. Während der HCE im zweiten Durchgang vor allem im Deckungsbereich erneut nicht die notwendige Leidenschaft aufbringen konnte, die für ein richtungsweisendes Kellerduell von Nöten gewesen wäre, setzte sich schließlich die Mannschaft mit den aktuell größeren personellen Möglichkeiten durch.

Davon kann beim HCE seit langem keine Rede sein. Mit Eike Nolte-Ernsting fehlte erneut ein wichtiger Rückraum-Spieler, der aus der Distanz treffen kann. Jasmin Baltic und Manuel Volkmann sind nach ihren Verletzungen körperlich noch nicht auf dem alten Leistungsstand. Und dass mit Eike Weide und Patrick Sunderbrink zwei Leistungsträger seit längerem und noch für geraume Zeit nicht zur Verfügung stehen, ist hinlänglich bekannt.

Torjäger Dennis Borcherding nahm die Herausforderung zwar entschlossen an, konnte im zweiten Durchgang als Einzelkämpfer aber auch nicht das Ruder herumreißen, zumal auch die Außenspieler unsichtbar blieben. Nach drei Niederlagen 2012 steckt der HCE nun wieder mitten drin im Keller-Schlamassel. Kein Wunder, dass Wolfgang Vette den Spielermarkt noch einmal sondiert. Mit dem aktuellen Kader könnte es schwer werden mit dem Klassenerhalt. Schon jetzt liegt der HCE nach Punkten gleichauf mit dem Drittletzten TuS Lahde/Quetzen. Dass am Samstag beim Tabellendritten HSG EURo gepunktet werden kann, darf bezweifelt werden.
Die HSG Löhne-Obernbeck hat sich mit dem Derby-Sieg etwas Luft verschafft. Mit der Leistung war aber auch Maik Tacke nicht immer zufrieden: »Die Bäume wachsen nicht in den Himmel«, weiß der Löhner Coach, der zum Teil – abgesehen von Bruelheide – noch viel Leerlauf geboten bekam. Der Trend geht trotzdem in die richtige Richtung. Zumal die Löhner nun gegen den TV Hille mit Torsten Bergmann auf einen weiteren Rückraum-Strategen nach zweimaligem Fehlen zurückgreifen können. Bergmann und Bruelheide – diese Achse wird nur schwer zu stoppen sein.

Bild 1: Hier geblieben: Tim Lysk (rechts) versucht, den Löhner Max Stöckmann aufzuhalten. Der HSGLO-Rückraumspieler konnte sich im Derby einige Male gut in Szene setzen und war neben Ralf Bruelheide in der ersten Halbzeit bester Werfer.

Bild 2: Derby-Emotionen: HCE-Physiotherapeut Björn Krone geht voll mit. Der ein oder andere Spieler ließ den Kopf dagegen zu früh hängen.

Quelle: Westfallenblatt von Alexander Grohmann, Text und Bilder